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Neuigkeiten über den Gesundheitszustand von Thay: 24. Dezember 2015

An alle Plum Village-Praxiszentren,
An alle Praxiszentrenund Sanghas weltweit,
An unsere geschätzten lieben Freunde,

Unsere Klosterzentren in den Vereinigten Staaten und Europa sind nun seit einem Monat in unserer traditionellen jährlichen Praxis des dreimonatigen Winter-Retreats, bei der neunzig aufeinanderfolgende Tage der Achtsamkeitspraxis eingehalten werden, ohne das Kloster zu verlassen, um außerhalb zu unterrichten. In diesem Geist haben auch die Begleiter, die in San Francisco für Thay sorgen, eine Praxiszeit des Winter-Retreats mit Thay begonnen, unter anderem mit Sitzmeditation früh am Morgen, Gehmeditation, Mahlzeiten in Schweigen, dem Anschauen von Videos von Thays Dharma-Vorträgen und der Teilnahme an Dharma-Gesprächen.

Jeden Tag hat Thay es genossen, mit den Brüdern und Schwestern an all dieser Praxis teilzunehmen, und wir können sehen, dass, mit der Gemeinschaft zu praktizieren, eine wichtige Quelle spiritueller Nahrung für Thay ist, die seine Genesung in jeder Hinsicht unterstützt. Thay hat neulich mit Freude einen alten Dharma-Vortrag angesehen, den er vor vielen Jahren in Großbritannien gehalten hat. Er hat dem gesamten Vortrag aufmerksam zugehört und dabei oft gelächelt und genickt, wenn sein jüngeres Selbst entscheidende Aspekte genannt hat. Der Spezialist sagt uns, dass diese Art von Aktivität für das Wiedererlangen des Sprechens sehr heilsam und unterstützend ist. Leider hat Thay bis jetzt nur kleine Fortschritte gemacht und ist noch nicht fähig, zu sprechen. Er singt weiterhin mit uns und bildet mehr und mehr erkennbare Worte, sooft wir die Plum Village-Lieder singen, an die er sich so gut erinnert. Wir beobachten, dass Thay viel Bemühen und Energie aufwendet, um zu versuchen, die Worte zu formen, obwohl das für ihn manchmal frustrierend sein kann. Wir sind glücklich, zu berichten, dass wir jetzt eine neue Sprachtherapeutin gefunden haben, die durch den Januar hindurch regelmäßig mit Thay arbeiten wird. Zusätzlich erkunden wir weiterhin viele neue und bahnbrechende Techniken zur neuroplastischen Heilung, einschließlich Neurofeedback und Kaltlasertherapie.

Thay genießt weiterhin friedvolle und glückliche Momente, indem er die Golden Gate Bridge betrachtet und Ausflüge zu den botanischen Gärten und anderen Orten mit schöner Aussicht unternimmt. Mithilfe einer Schiene an seinem rechten Bein hat Thay begonnen, mehr Gewicht auf die rechte Seite seines Körpers zu legen und übt, allmählich bezüglich Balance und Stehen unabhängiger zu werden. Er übt weiterhin jeden Tag mehrere Stunden lang, zu gehen, mit der Unterstützung seines Physiotherapeuten und der monastischen Begleiter, die Anleitung und Ausbildung von Experten erhalten.

Wir werden inspiriert von Thays spiritueller Vitalität, seiner starken Beharrlichkeit und seinem immensen Willen, der seine Genesung von Anfang an geleitet hat. Thay lehrt uns, dass er Mitleid nicht mag; er schätzt Praxis und er nimmt die Achtsamkeit und wahre Präsenz aller um ihn herum genau wahr. Wir lernen von Thays großer Würde, mit der er das akzeptiert, was er hat. Wir können an seiner gesamten Seinsweise sehen, dass für Thay, was er hat, genug ist. Dies hält uns jedoch nicht davon ab, alles zu tun, was wir können, um seine Genesung zu unterstützen; noch hält es Thay davon ab, seinen Körper und Geist sorgsam wieder zu schulen. Wir werden an Thays kraftvollen kalligraphierten Satz erinnert: Dies istes. Bei unseren Bemühungen, Thays Genesung zu unterstützen, gründen wir unsere Praxis in unserer Akzeptanz des gegenwärtigen Augenblicks, indem wir ihn genauso, wie er ist, annehmen, ohne Angst vor der Zukunft oder Bedauern über die Vergangenheit. Thay hat uns immer daran erinnert, dass der Buddha ein Mensch war. Thay setzt sich mit dieser menschlichen Herausforderung auseinander und wir, seine spirituelle Fortschreibung, sind stets an seiner Seite. Wir können in Frieden sein, weil wir wissen, dass wir alle unser Bestes tun, um zu praktizieren und für unseren Lehrer da zu sein.

Wir fühlen zutiefst, dass Thays physische Genesung unauflöslich verbunden ist mit der Gesundheit und dem Gedeihen unserer vierfachen spirituellen Familie. Dies wurde augenfällig in der kürzlich erfolgten Ordination von zwanzig jungen Männern und Frauen in die Redwood-Ordinationsfamilie. Neun von ihnen wurden in Thailand ordiniert und weitere zehn, aus Irland, Frankreich, Holland, Italien, Indonesienund Australien, in Plum Village. Diese Novizen haben sich ordinieren lassen, weil sie von der Stärke von Thays Sangha-Körperund seinem lebendigen Dharma-Körperaus Lehren und Praktiken inspiriert sind. Als Gemeinschaft kümmern wir uns um jeden Aspekt von Thays Körper, weil wir sehen, dass er nicht nur in San Francisco ist. Wir können sehen, dass sein Sangha-Körper überall ein bisschen aufblüht, in uns selbst, in jedem und jeder der neuen Novizen und in allen. Thays Vision, dass sich der nächste Buddha als eine Sangha manifestiert, wird verwirklicht.

Wir möchten unsere tiefe Dankbarkeit ausdrücken gegenüber unserer spirituellen Familie für Eure Präsenz und Euer Praktizieren aus ganzen Herzen, wo auch immer Ihr seid. Jeder und jede von uns ist eine Zelle in Thays Sangha-Körper, und wir tragen dazu bei, für Thay zu sorgen, indem wir heimkehren, um für uns selbst zu sorgen, für unsere Praxis zu sorgen und für die Menschen, die wir lieben. Auf diese Weise sind wir eine schöne, aktive Zelle in Thays Sangha-Körperund Dharma-Körper.

Danke, dass Ihr für uns da seid. Wir sind für Euch hier.

Wir wünschen Euch allen eine friedliche Ferienzeit,
Mit Liebe und Vertrauen,
Die Mönche und Nonnen von Plum Village